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INTERAKTIVE FARBFORMULIERUNG

 

Ich verwende Farbe nicht zur bloßen Kolorierung, Willkür oder sonstigen Spielerei. Durch mein kompositorisches Potential wird die Farbe in ihrer Wirkmöglichkeit aktiviert. Sie wird von allen äußerlichen Funktionen befreit und in ihrer genuin ästhetischen Funktion, in ihrer Wirkung entfaltet.

Ich verzichte darauf, realistische Vorstellungen hervorzurufen. Ich möchte den Betrachter aus jedem Zwang entlassen und ihm den Weg ins unbegrenzte Reich der Einbildungskraft freigeben.


Betrachtungen zu meinen Werken von Michael Becker, Leiter der wfk Wiesbaden

 

In den ungegenständlichen Arbeiten von Marlen Labus erlebt man eine Zusammenstellung aus konkreten und konstruktiven sowie atmosphärischen Vorgehensweisen. Die Abwendung vom Gegenstand verspricht ihr einen direkteren Bezug zu den freigelegten bildnerischen Mitteln, aus deren individueller Nutzung eine eigene Bildsprache formbar wird. So erreicht der beabsichtigte Mangel an kompositorischem Aufwand den Vorteil einer sakralen Farbwirkung. Die einfachen Grundformen sowie die symmetrische Anordnung erreichen im Zusammenspiel mit farblichen Interaktionen die Fixierung, geradezu Bannung des Betrachters.

Wendet man sich den konstruktiven Bildern zu, so erlebt man, wie spannend es sein kann, das Figur-Grund-Verhältnis, also das Verhältnis von einer positiven Form zu einer negativen Umgebung, als bildnerischen Zweck wahrzunehmen. Die Art und Weise der Besetzung einer Grundfläche kann zu einer ungewöhnlichen Rhythmisierung des gesamten Bildes beitragen. Hier werden ästhetische Potentiale aktiviert, die bei banalen Anordnungen von Elementen auf der Bildfläche verkümmern würden. Marlen Labus, so erkennt man hieran, treibt ein Spiel mit den formalästhetischen Grundlagen und trainiert auf diese Weise eine geregelte ästhetische Kommunikation, durch die ein Bildzusammenhang erreicht werden kann.

Marlen Labus wagt sich auch an das sehr weite und zugleich fruchtbringende Feld der Farbinteraktion heran. Die atmosphärischen und chromatischen Farbgebungen signalisieren ein tiefes Interesse für das autonome Farbpotential und Marlen Labus erreicht auf diese Weise eine Transzendierung unseres normalen und alltäglichen, nämlich ästhetisch recht unterversorgten Erlebens. Marlen Labus lädt mit ihren Werken zur Muße ein, zum Innehalten und Sich-Versenken, zum Kraftschöpfen, zum zeitweiligen Aufgeben von rationalen Prinzipien.

 

Fotografie

Als innere Beobachterin dokumentiere ich die Gesellschaften und Kulturen,in einfühlsamen, hingebungsvoll aufgenommenen Bildern und suche widersprüchliche Augenblicke zu gewinnen.

Es geht mir um das Festhalten visueller und emotionaler Momente des normalen Lebens.

Das künstlerisch kreative Arbeiten bedeutet für mich ein sowohl sehr geistiges als auch sinnliches Arbeiten. Es ist eine besondere Lust und Freude, an dem Bekannten, Gewöhnlichen - etwas Unbekanntes, Ungewöhnliches und Neues zu entdecken.